Anwendungsbereiche/Indikationen

​- Abszesse

- arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- Arteriosklerose
- Arthrosen,
- Bandscheibenvorfälle
- Brustdrüsenentzündungen
- Depressionen
- Epicondylitis radialis (Tennisellenbogen)
- Furunkel
- Gichtanfall (akut)
- Hämatome
- Hämorrhoiden
- Hörsturz (akut)
- Ischialgien
- Krampfadern
- Migräne
- Myalgien
- Neuralgien
- Rheumatoide Arthritis
- Schwindel
- Spannungskopfschmerz
- Thrombosen
- Tinnitus
- Venenentzündungen
- Verstauchungen
- Wirbelsäulenbeschwerden
- Zerrungen

Bis zum 19. Jahrhundert war in Europa die Behandlung mit Blutegeln weit verbreitet. Durch neue Therapieverfahren verloren die Blutegel zunehmend an öffentlichem Interesse, behielten aber ihre Bedeutung und Wirkungsweise.

In meiner Praxis werden speziell gezüchtete Blutegel  verwendet, die einer strengen Überwachung des Arzneimittelgesetzes unterliegen.

Die Blutegel geben mit ihrem Speichel eine komplexe Mischung aus Wirkstoffen ab. Diese Stoffe führen zu einer lokalen Entstauung des Gewebes, wirken blutverdünnend, schmerzstillend, entzündungshemmend und leiten Toxine und Stoffwechselprodukte aus. 

Von den Wirkstoffen sind primär Hirudin (lokal gerinnungshemmend) und Egelin (entzündungshemmend) zu nennen, welche bereits seit vielen Jahren in der Medizin Anwendung finden. 

 

Vorbereitung für die Blutegeltherapie

​Weil Blutegel sensibel auf Hautgerüche, Duftstoffe und Ausdünstungen von Nikotin, Alkohol und Medikamenten reagieren, sollte der Patient vor der Behandlung einige Regeln beachten. So sollte er beispielsweise seine Haut an der entsprechenden Stelle nur mit Wasser waschen.

Durchführung der Blutegeltherapie

Je nach Ort und Indikation werden zwei bis zwölf Blutegel angesetzt.  Es kann mehrere Minuten dauern, bis ein Blutegel anbeißt und anfängt zu saugen. Die Egel brauchen für ihre Arbeit Ruhe. Wenn sie sich vollgesogen haben, fallen sie von alleine ab. Das kann zehn Minuten, aber auch zwei Stunden dauern.

Die Bißstelle kann noch 4 bis 20 Stunden nachbluten.  Deshalb wird nach der Behandlung ein saugfähiger Verband angelegt. Oft ist nur eine Blutegelbehandlung nötig, um die Beschwerden zu lindern.

Die Wirkung der Therapie kann über einen längeren Zeitraum (bis zu 6 Monten) anhalten. Es ist aber auch möglich, dass eine zweite Behandlung notwendig ist. Eine erneute Sitzung darf erst drei bis fünf Tage nach der vorherigen durchgeführt werden.

Die Wirkung der Blutegeltherapie

Während die Blutegel beißen, wird die Bissstelle gleich mit Stoffen seines Speichels betäubt und ist anfangs mit der Berührung einer Brennessel vergleichbar. Es werden beim Saugen von ihnen bestimmte Stoffe frei gesetzt. Der wichtigste von ihnen ist Hirudin, das in seinen Halsdrüsen produziert wird. Das Hirudin hat u.a. eine gerinnungshemmende Wirkung, das ist auch der Grund für das lange Nachbluten der Wunde. Außerdem regt es den Lymphstrom an und kann durch die lokale Gefäßerweiterung krampflösend und entzündungshemmend wirken.

Das gilt ebenso für den einhergehenden Blutverlust. Da sich dieser wegen der langen Nachblutung über mehrere Stunden hinzieht, kann eine Blutegeltherapie mit einem sehr langsamen, sanften Aderlass (ca. 20-50 ml Blut) verglichen werden.

Zusätzlich fördern die Substanzen des Blutegels die Bildung der weißen  Blutkörperchen (Leukozyten) ebenso wie deren Aktivität. Da Leukozyten eine sehr wichtige Position bei der Abwehr von Krankheitserregern einnehmen, führt deren Erhöhung zu einer merklichen Entlastung des Immunsystems.

 

 

 

 

 

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